NEIN zum autofreien Bahnhofplatz

Am 27. September 2009 findet in der Stadt Bern die Abstimmung um den autofreien Bahnhofplatz statt. Und kaum eine Abstimmung polarisiert mehr. Ganz im Sinne der rot-grünen Stadtregierung, die wegen dem laufenden Abbau von Verkehrsfläche immer wieder in der Kritik der Autofahrer steht, wurden die nötigen Unterschriften für die Initiative relativ schnell gesammelt.

Endlich hat sich nun die Gegenbewegung organisiert. Dem Komitee «Nein zur irreführenden Bahnhofplatz-Initiative» gehören neben Stadt- und Grossräten und weiteren Politikern u.a. der KMU-Gewerbeverband der Stadt Bern, der Verband Gastro Stadt Bern, der Hauseigentümerverband Bern, der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern, der Verband der Arbeitgeber Region Bern, dem TCS Sektion Bern und die Vereinigung der Ladenbesitzer BERNcity an. Deren Mitglieder - die Berner Geschäfte und Restaurants - sehen schwierige Zeiten und weitere Schliessungen auf sich zukommen, sollte der Bahnhofplatz wirklich autofrei und die Stadt damit noch autofeindlicher werden.

Aber auch die Anwohner der Quartiere Länggasse, Brunnmatt und Lorraine hätten an der Sperrung keine Freude. Wird der Bahnhofplatz autofrei, fahren all die Autos gezwungenermassen durch ihre Wohnquartiere.

Ausserdem stimmten die Stadtberner vor wenigen Jahren dem Umbau des Bahnhofplatzes mit Baldachin und MIT Autoverkehr zu. Lediglich 15 Monate nach Bau-Ende soll nun alles wieder über den Haufen geworfen werden?

Aber wer will denn eigentlich einen autofreien Bahnhofplatz, und wieso? Das müssen alles egoistische Pseudo-Weltverbesserer sein, die ihre ganze Energie dafür aufwenden, nach der Ankunft mit dem Zug 50 Meter früher wieder die Rolltreppe zur Erdoberfläche nehmen zu können. Denn - wie schon oft erwähnt - der Bahnhofplatz IST ja schon lange autofrei. Kein einziger Pendler muss die böse böse Strasse vor dem Bahnhof überqueren. Alle könnten unterirdisch zum Bus, Tram oder sonstwo hin gelangen, ohne einem einzigen Auto begegnet zu sein. Seit dem Umbau ist die unterirdische Passage viel attraktiver, und bringt der Stadt ein Vielfaches an Mieteinnahmen. Deren Höhe wäre natürlich nicht mehr gerechtfertigt, wenn die unterirdische Passage plötzlich zur Geisterstadt gemacht wird.

Unter einem autofreien Bahnhofplatz würde natürlich auch die Umwelt leiden: Für den längeren Umweg würden die Motoren auch länger Abgas produzieren, und wegen dem höheren Kraftbedarf aufgrund des Höhenunterschieds (v.a. von und zur Länggasse) gleich nochmals mehr.

Ausserdem wird der Bahnhofplatz auch bei einem Ja zum autofreien Bahnhofplatz nie zur Flanierzone. Die Strasse wäre nach wie vor da, und würde von Trams, Bussen, Reisecars, Taxis, Notfallfahrzeugen, Zulieferern und Handwerker befahren - weiterhin täglich 3′000 Fahrzeuge. Es wird also weiterhin niemand den Platz überqueren können, ohne mehr oder weniger geduldig auf das grüne Männlein an der Ampel zu warten.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ein autofreier Bahnhofplatz niemandem etwas nützt. Kurzfristig profitieren würde höchstens die Selbstverherrlichung der Grünen, die einen weiteren Sieg gegen den Feind Automobil errungen hätten. Langfristig überwiegen aber die Nachteile für die Stadt, ihre Wirtschaft und Bevölkerung.

Deshalb gehört am 27. September 2009 ein klares NEIN zum autofreien Bahnhofplatz Bern in die Urne.

Zur Website des Komitee «Nein zur irreführenden Bahnhofplatz-Initiative»: www.bahnhofplatz.be

One Response to “NEIN zum autofreien Bahnhofplatz”

  1. Ich kenne nur jemanden, den das nicht kümmert…
    http://www.edimanser.ch der verschenkt ja jetzt sein Auto.

    Ansonsten finde ich es höchst fraglich, wieso der Bahhofplatz Bern gesperrt werden sollte. Es ist eine deutliche Vereinfachung des Verkehrs in der Stadt Bern.
    Das selbe wurde ja schon in Biel fertiggestellt - Autofreie Zone zwischen Guisan und Zentraplatz. Dort ist es jetzt bis auf die Busse, Taxis, Polizeifahrzeuge und Velofahrer auch ganz ruhig…..

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