Todesfalle Zebrastreifen
“Todesfalle Zebrastreifen”, titelt der SonntagsBlick quer über eine Doppelseite in seiner Ausgabe vom 9. Januar 2011. Jährlich sterben 20 Personen auf Fussgängerstreifen. Alleine im letzten Dezember waren es acht Fussgänger, die angefahren und getötet wurden. Das Handzeichen wieder einzuführen, mit dem Fussgänger ihre Absicht zeigen, den Fussgängerstreifen zu überqueren, werde das Problem nicht lösen. Unaufmerksame Autofahrer würden dieses nicht wahrnehmen, wenn sie schon den Fussgänger nicht bemerken.
Ich habe Fussgängerstreifen schon mehrfach thematisiert. Meiner Meinung nach darf die Schuld aber nicht nur den Autofahrern gegeben werden. Bei einem Unfall mit zwei Beteiligten trifft meist beide eine Mitschuld. Wer ohne nach links oder rechts zu blicken auf die Strasse tritt, um den Fussgängerstreifen zu überqueren, darf sich nicht wundern, wenn es brenzlig wird. Denn Autos, die mit 30 oder 50 Stundenkilometern unterwegs sind, brauchen einen gewissen Bremsweg zum Anhalten. Und wie alle Leute haben auch Autofahrer eine gewisse Reaktionszeit, bis sie die Bremse drücken. Wer vor ein fahrendes Auto auf die Strasse tritt, sollte also genau wissen, ob es denn überhaupt anhalten kann. Und zumindest aus dem Augenwinkel beobachten, ob es das auch tut. Und sich sonst schleunigst aus dem Weg machen.
Ein sehr grosses Problem ist aber eine Art umgekehrte Vogel-Strauss-Taktik. Wer als Fussgänger denkt: “Wenn ich den Autofahrer sehe, sieht er mich auch”, lebt dann gefährlich, wenn er sich mit schwarzer Jacke, Hosen, Schuhen, Handschuhe und Mütze quasi selbst unsichtbar macht und im Dunkeln einen schlecht beleuchteten Fussgängerstreifen betritt. Insofern verwundert die hohe Zahl der Unfälle auf Fussgängerstreifen im Dezember, dem Monat mit den spätesten Sonnenaufgängen und frühesten Sonnenuntergängen, nicht. Zusätzlich verlangen alle möglichen Weihnachtslichter, die sich auf der nasskalten Strasse spiegeln, dem Autofahrer viel Aufmerksamkeit ab.
Selbstverständlich gilt das Vortrittsrecht für Fussgänger. Trotzdem sollte sich jeder Fussgänger, dem sein Leben lieb ist, vor dem Tritt auf die Strasse nicht nur fragen: “Sieht mich der Autofahrer?”, sondern auch: “Kann mich der Autofahrer überhaupt sehen?”


Diese Fussgängerstreifen sind wirklich ein Problem. AutofahrerInnen müssen heute oft GedankenleserInnen sein. FussgängerInnen laufen die komischsten Manöver, siehe Artikel:
http://www.smvc.ch/fileadmin/smvcch/swissclassics/SMVC_SC_2010_01.pdf
Aber, es gibt schon Fälle, wo ich mich frage, wo denn die / der FahrerIn den Kopf hatte, wenn es kracht auf dem Fussgängerstreifen.