Rückwärts rollende Mobility-Autos
Ein Samstag Nachmittag in der Einstellhalle eines Supermarkts in einem Berner Vorort. Ich steige aus dem Lift, und wundere mich über die Leute, die neben einem Mobility-Auto stehen. “Der hat keinen Gang eingelegt und die Handbremse nicht angezogen!”, erklärt der Mann, der am Auto lehnt. Als er sich bewegt, bewegt sich auch das Auto. Es war wegen dem ganz leichten Gefälle der Einstellhalle rückwärts auf die Durchfahrt und auf andere Autos zugerollt. Der Mann hat das Auto geistesgegenwärtig aufhalten und zurück auf den Parkplatz schieben können – und kann jetzt nicht mehr weg, ohne dass das Auto wieder wegrollen würde.
Ich schlage also vor, den Fahrer ausrufen zu lassen. Doch die Verkäuferin am Kiosk hat eine lange Leitung. Anstatt das Mobility-Auto als solches auszurufen, wie ich es vorgeschlagen hatte, ruft sie den Fahrer des Autos mit der Nummer sowieso auf. Damit sind die Erfolgsaussichten gleich null. Denn es wird sich doch niemand die Autonummer seines Mietwagens merken.
Also zurück zum Mann, der immer noch am Auto lehnt. Zwar nicht mehr dieser Lösung, aber halt mit einer anderen. So hole ich den Keil, der neben unserer nahen Haustüre liegt, und klemme ihn unters Hinterrad. Der Mann ist damit aus seiner Lage befreit. Gleichzeitig klebe ich dem Fahrer oder der Fahrerin ein Blatt mit einem Hinweis ans Fahrertürfenster. Sonst würde er/sie den Keil wohl nicht bemerken, sondern nur feststellen, dass das Abfahren schlecht geht, und zuletzt noch mit viel zu viel Gas rückwärts in ein anderes Auto krachen.

Später hole ich den Keil dann wieder ab. Wie gefragt liegt der an der Wand, zusammen mit meinem Zettel. “Danke!” hat jemand draufgeschrieben, neben einem Smiley mit Wellenlinie-Mund und einem kleinlauten “sorry”. Gern geschehen. Gut ist nichts passiert.


Leave a Reply