Autoreise nach England (2): Mit der FĂ€hre von Calais nach Dover

Nach einer kalten Nacht im Hotelzimmer sind wir froh, wieder ins Auto einsteigen zu können. Dank der voll aufgedrehten Heizung tauen wir auf dem Weg zum FÀhrhafen bald wieder auf.

Bei der Einfahrt wird unsere Autonummer von Kameras erfasst und unsere Reservation wird automatisch aufgerufen. Die Kosten fĂŒr die Überfahrt nach England in der Höhe von 50,70 Euro (rund 65-70 Franken) wurden bereits ĂŒber die Kreditkarte abgebucht. Wir erhalten einen AnhĂ€nger fĂŒr den InnenrĂŒckspiegel mit unseren Daten fĂŒr die Überfahrt und eine Nummer fĂŒr eine der vielen Wartespuren. Alles verlĂ€uft hochprofessionell durchorganisiert. Schon bald lĂ€uft die FĂ€hre ein.

Zuerst verlassen die aus England kommenden Fahrzeuge das Schiff. Danach werden LKW-AnhĂ€nger ausgeladen. So mĂŒssen die Chauffeure nicht die Überfahrt abwarten, sondern können sich gleich um den nĂ€chsten Transportauftrag kĂŒmmern, wĂ€hrend ihr AnhĂ€nger im andern Land von einem Kollegen ĂŒbernommen wird. Das scheint sich zu lohnen.

Dann sind wir dran. Wartespur fĂŒr Wartespur werden Autos und Lastwagen aufgerufen. Wir fahren ĂŒber die lange Rampe bis zur FĂ€hre, in dessen Bauch zwei Decks fĂŒr Autos, Lastwagen und Busse bereit stehen.

Video vom Hineinfahren:

Jetzt mĂŒssen wir aussteigen. Denn wĂ€hrend der Überfahrt nach England sind keine Passagiere auf den Auto-Decks erlaubt.

Langweilig wird es uns aber sicher nicht! Auf den obersten zwei Decks befinden sich Restaurants, Bars, Wartebereiche wie am Flughafen, ein Duty Free Shop, eine Wechselstube und ein Raum mit Videospielen.

Wir suchen uns ein schönes PlĂ€tzchen, um der FĂ€hre beim Ablegen zuzusehen. Ganz gemĂ€chlich schliesst sich das grosse Tor. Zwei Lastwagen werden draussen auf Deck festgezurrt. Die hatten drinnen vermutlich keinen Platz mehr – oder haben möglicherweise Gefahrengut geladen, das am besten hier draussen bleibt. Dann geht die Fahrt los.

Nachdem wir das ganze Schiff erkundet haben, setzen wir uns mit einem Muffin und Cola ans Fenster. Meine Frau hat mir ein neues Spiel auf den iPad geladen, das mir sicher gefallen wĂŒrde. Und liegt damit absolut richtig. WĂ€hrend sie am Laptop arbeitet, fĂŒttere ich einen kleinen grĂŒnen Ausserirdischen mit Bonbons (”Cut the Rope”).

Die Überfahrt dauert eineinhalb Stunden. Doch die Zeit vergeht wie im Flug. Auch wenn durch den dicken Nebel noch ĂŒberhaupt nichts zu sehen ist: Irgendwo da vorne muss die SteilkĂŒste von Dover und unser Hafen sein. Die Quais und Stege sind bis zuletzt kaum zu sehen. Erst beim Anlegen wird die Sicht langsam besser. Wir steigen wieder ins Auto ein und warten, bis sich die ZugbrĂŒcke senkt.

Jetzt wird einer nach dem andern hinausgewunken. Wir verlassen die FĂ€hre und folgen den anderen Autos durch den Hafenbereich und auf die Strasse die SteilkĂŒste hinauf.

Video vom Hinausfahren:

Oben angelangt befinden wir uns direkt auf der Autobahn Richtung Norden. Auch vom Nebel ist nichts mehr zu sehen – wir werden mit Sonnenschein begrĂŒsst. “Jetzt fahren wir links!”, sagt mir meine Frau, und wiederholt das wĂ€hrend unserer ganzen Reise, wenn wir irgendwo losfahren.

Leave a Reply

Autofahrerblog.ch Autofahrerblog.ch
Autofahrerblog.ch