Autoreise nach England (3): Canterbury und Fahrt nach Birmingham

Das Fahren auf der “falschen” Strassenseite bin ich mir gewohnt. Wir waren schon zweimal in England mit dem Mietwagen unterwegs. Mit dem eigenen Auto ist es wesentlich einfacher. Denn ausser dem Gangschalten mit der linken Hand muss man sich auch bei der Autobreite nicht umgewöhnen. Es irritiert nämlich schon, dass in einem englischen Auto plötzlich links so viel Auto da ist und rechts fast nichts. Da muss man sich schon konzentrieren, um auf der Strasse in der Mitte der Spur zu bleiben.

Nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir nach Canterbury.

Hier besichtigen wir die berühmte Kathedrale, ein grossartiges Gebäude inmitten der malerischen Altstadt von Canterbury. Wir sehen die kunstvollen Bleiglasfenster, den Chor, Kreuzgang, die Krypta und haufenweise Gräber, darunter das von König Heinrich IV.

Danach fahren wir weiter nach Birmingham. Der Weg fĂĽhrt uns um London herum, und das ist nicht wirklich vorteilhaft. Wegen Baustellen und Unfällen stehen wir lange im Stau – trotz der vierspurigen Autobahn (also vier Spuren pro Richtung). Dann endlich geht’s wieder weiter. Und schon bald ist klar: Auf den linken beiden Spuren fahren Lastwagen und Autos, die die Autobahn verlassen möchten. Ganz rechts fahren die wirklich Schnellen, so ab mehr als 20 km/h schneller als erlaubt wäre. Scheinbar finden hier gerade keine der beliebten Streckenabschnittsmessungen statt, die es in der Schweiz erst selten gibt. Wir fĂĽhlen uns auf der zweiten Spur von rechts auf jeden Fall wohl.

Spannend in England sind auch die zweispurigen Autobahneinfahrten. Von denen führt die rechte Spur jeweils direkt auf die Autobahn, so wie wir uns das aus der Schweiz gewohnt sind. Die linke Spur führt währenddessen ein paar hundert Meter neben der Autobahn entlang und ein bisschen davon abgetrennt, bevor dann auch sie in die Autobahn einmündet. So verteilen sich die einfahrenden Autos besser.

Was uns auch auffällt, sind passend zugeschnittene Nummernschilder. Dass man in England “Vanity Plates” machen lassen kann, also Autonummern mit Zahlen und Buchstaben nach eigenem Wunsch, wussten wir bereits. Beeindruckt hatte mich vor Jahren ein Lamborghini in Brighton, auf dessen Autonummer “Lambo” in SchnĂĽrchenschrift stand – in England absolut erlaubt. Auf jeden Fall fahren in England einige Autos, deren Autonummern von der Form her an die Autonummernmulde angepasst sind. Halt einfach, um schön auszusehen. Leider lässt der Schweizer Amtsschimmel einen solchen Spassfaktor – weder Wunschaufschrift (oder zumindest nicht Buchstaben), andere Schrift oder Form – nicht zu.

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