Road Pricing: Bern im Grössenwahn
Die Stadt Bern prĂĽft die EinfĂĽhrung von Road Pricing, um den “in den nächsten Jahren massiv zunehmenden Verkehr” (SP-Nationalrätin Evi Allemann) zu reduzieren, und auch um einfach zusätzlich Geld einzunehmen.
Die kleine Hauptstadt Bern ist dem Grössenwahn verfallen. Denn Road Pricing in London macht Sinn - in Bern nicht. Über hundert Buslinien fahren durch die Londoner Innenstadt, zahlreiche davon durch die Oxford Street. Zwischen den roten Ungetümen bleibt kaum Platz für den Privatverkehr. Hingegen gibt es in London mehrspurige Umfahrungsstrassen, so dass niemand auf die Fahrt durchs Zentrum angewiesen ist.
In Bern gibt es nichts dergleichen. Die wenigen mehrspurigen Strassen wurden durch die rot-grüne Stadtregierung in den letzten Jahren zu einspurigen Strassen umgebaut (Stichwort: Strassenklau). Und dort sind sowieso schon alle unterwegs. Denn: Durchs Zentrum von Bern kann man gar nicht fahren. Durchgangsverkehr gibt es hier keinen. Wer in die Altstadt fährt, muss vielfach auch auf demselben Weg wieder hinausfahren. Überall gilt Fussgängerzone und die Höchstgeschwindigkeit 20 km/h. Hier gibt es nie Stau, und daher auch keinen Handlungsbedarf für Road Pricing.
Das Vorhaben passt aber zur Verkehrspolitik der Stadt Bern. Diese sähe es am liebsten, überall an der Stadtgrenze Fahrverbotsschilder aufzustellen. Autos sind in Bern unerwünscht. Aber Bern ist zwar nicht London, aber auch nicht Ballenberg. Wir sind kein Museum - hier muss man leben dürfen. Mit Auto.


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